Wien. (irr) Mag der Musikverein auch in erster Linie für den Goldenen Saal berühmt sein, so ist doch auch das Treiben im Keller beachtlich: Rund 1200 Buchungen nahm Intendant Thomas Angyan in der vergangenen Saison für die Vier Neuen Säle entgegen. Und auch die Eigenveranstaltungen im modernen Souterrain, vor mittlerweile sieben Jahren begonnen, erfreuen sich wachsender Beliebtheit: Der Abo-Verkauf stieg zuletzt um satte 17 Prozent.

An der programmatischen Ausrichtung muss somit nicht viel gefeilt werden: Auch in der Jubiläumssaison (die Gesellschaft der Musikfreunde feiert 200. Geburtstag) präsentiert sich das unterirdische Treiben als jugendaffine Ergänzung zum Programm der historischen Sälen. Wobei auch hernieden nicht große Namen fehlen. Eminenzen aus Literatur und Theater wie Hermann Beil, Donna Leon und Michael Köhlmeier werken bei Mischveranstaltungen mit Musik und Rezitation. Acht Zyklen sind jüngeren Musikern vorbehalten, darunter ein Quartett-, ein Pianisten-Abo sowie der Zyklus "Lied.Bühne" - auch wenn es mit dem Kunstlied, so Angyan, derzeit "nicht leicht" sei angesichts einer limitierten Zielgruppe und eines enormen Angebots seitens der Konzerthäuser und der Wiener Staatsoper.

Serienproduktion für Kinder


Starke Verkaufszuwächse konnte Angyan jedenfalls in der Jazzschiene erzielen. In der aktuellen Saison sind da etwa Harri Stojka, Georg Breinschmid und Wolfgang Muthspiel zu hören. Und das Kinderprogramm läuft wie üblich prächtig: 42.500 Heranwachsende werden bis zum Ende der Saison einem der edukativen Konzerte gelauscht haben. Mit bis zu zwölf Mal wiederholten Programmen betreibe man eigentlich schon so etwas wie "Serienproduktion".