Italienisches Orchester trifft italienischen Dirigenten: Was liegt näher, als Mendelssohns "Italienische" anzustimmen? Neben dem bestens verdaulichen Programm (von Gioachino Rossini über Wolfgang Amadeus Mozart bis Felix Mendelssohn Bartholdy) sorgte bestimmt Ensemblegründer Claudio Abbado für ausverkaufte Musikvereinsreihen beim Wiener Gastspiel des Orchestra Mozart. Endlich ist der einstige Generalmusikdirektor der Donaustadt und nach langer Wienabstinenz wieder hier.

Da wurde bei Rossini mitgewippt: Wuchtige Kapellenklänge und schiefe Bläser konnten in der Ouvertüre zur "L’Italiana in Algieri" den südlichen Belcanto-Charme nur verstärken.

In Mozarts "Haffner-Symphonie" machte Abbado seine Prioritäten der letzten Jahre deutlich. Auf seine Initiative entstanden das Jugendorchester der Europäischen Union (EUYO), das Gustav Mahler Jugendorchester und eben in Bologna das Orchestra Mozart.

Abbado vermittelt nun jungen Musiktalenten seine anerkannten Ideen von herausragenden Interpretationen. So entstand im Goldenen Saal ein reizvolles Bild der Wiener Klassik. Besonders das Menuett der KV 385 wartete mit ungeahnten Seitenthemen auf.

Beeindruckend, zu welch präzisen Streicher-Unisoni in Mendelssohns vierter Symphonie der Dirigent sein Ensemble anstachelte. Der finale Saltarello wurde ein Gewaltmarsch im Tempo hazard - manchmal fast schon militärisch, von der italienischen Heimat inspiriert.

Konzert

Orchestra Mozart

Claudio Abbado (Dirigent)

Musikverein