Ádám Fischer an der Spitze der Wiener Symphoniker: Da sprühen die Funken, da wird die knisternde Spannung förmlich mit Händen greifbar. Maximale Präzision verbindet sich nahtlos mit nie erlahmender Intensität. Und mit gleichsam leuchtender Klarheit werden alle die unterschiedlichen Tongestalten prägnantest modelliert.

Das Zentrum des Abends im Großen Konzerthaussaal bildete "Der wunderbare Mandarin" von Béla Bartók in der Konzertfassung. Hier imponierte vor allem, wie Fischer, auswendig dirigierend, das Orchester sicher durch jeden noch so komplizierten Rhythmuswechsel führte; wie er die unheilschwangere Atmosphäre des Stückes aufbaute; und mit welcher Leidenschaft er diese
Musik in ihr zerstörerisches Finale trieb.

Geballte Wucht

Die geballte Wucht dieser Interpretation schien auch auf das Rahmenprogramm abgefärbt zu haben. Ungewohnt dramatisch fasste der Dirigent die einleitende Ouvertüre zur "Zauberharfe" beziehungsweise "Rosamunde" auf, ohne auf die Schubert’sche Lieblichkeit der Gesangsthemen zu vergessen.

Zuletzt noch Beethovens Siebente, gleichfalls in allen Details plastisch ausgeformt und in frischen, lebendigen Tempi dargestellt. Einzig das Finale steigerte Fischers überschäumendes Temperament in eine Rasanz, die selbst Beethovens notorisch schnelle Metronomzahlen hinter sich ließ.

Schon zur Pause feierte das prachtvoll aufspielende Orchester den Dirigenten ebenso herrlich wie das Publikum.