In Deutschland fehlt es den Orchestern an Geld. - © APAweb / EPA/MOHAMED OMAR
In Deutschland fehlt es den Orchestern an Geld. - © APAweb / EPA/MOHAMED OMAR

Berlin. In den vergangenen zwanzig Jahren wurde in Deutschland fast jedes fünfte Orchester geschlossen. Von 168 öffentlich finanzierten Ensembles, die noch 1992 spielten, sei die Zahl auf nun 132 gesunken. "36 Kulturorchester sind faktisch von der Landkarte verschwunden", erklärte die Deutsche Orchestervereinigung (DOV) in Berlin. Damit drohe die Bundesrepublik ihre einmalig dichte Musiklandschaft zu verlieren, sagte der Vorsitzende der Orchestergewerkschaft, Hartmut Karmeier.

Entsprechend ging auch die Zahl der Planstellen auf knapp 9.900 feste Arbeitsplätze zurück. Immer mehr Positionen würden in den von Kommunen, Ländern und Rundfunkanstalten finanzierten Orchestern mit Aushilfskräften besetzt. "Die Orchester bröckeln am Rand", sagte DOV-Geschäftsführer Gerald Mertens. Mittlerweile seien 705 Stellen nicht besetzt. Angesichts der Sparzwänge der Kommunen mit steigenden Sozialausgaben drohe ein weiteres Orchestersterben. "Wir haben es hier mit einem schleichenden Abbau zu tun", sagte Mertens.