Kein Wort zur Stimmkrise. Jedenfalls im Programmheft. Stolze 8,60 Euro hat es gekostet und malt, zwischen viel Hochglanz-Werbung, auch ein strahlendes Bild vom Protagonisten: Rolando Villazón - bis heute ein Born vokaler Mirakel.

Den Termin im Wiener Konzerthaus mochte man indes eher wunderlich nennen. Katzengold umglänzt den Tenor: Das Noevo Mundo Chamber Orchester, lehrt das Programmheft, ist im lateinamerikanischen Repertoire firm. Gegeben wird aber Belcanteskes: Lieder von Bellini, Donizetti und Co., artig orchestriert vom Amerikaner Robert Sadin; den Taktstock wiederum schwingt der Russe Guerassim Voronkov. Ein globaler Söldnertrupp, der da im Dienste von Universal Music um Gunst und Geld treuer Villazón-Fans kämpft. Wobei das Ensemble dann leider etliche Intonationstrübungen liefert - und Benchmarks in Sachen Langeweile, wenn es zwischendurch mit Orchesternummern aufwartet.

Intermezzi mit Sinn freilich. Quälte sich der Krisensänger 2010 durch den "Dichterliebe"-Zyklus,darf er nun alle paar Runden an die Box. Und die Belcanto-Schmachtstücke schmeicheln ihm: Teils erstrahlt da einstiger Tenorschmelz, geschmeidig wie einst modelliert. Und wo dem Mexikaner eine Spitzennote gewogen ist, gerät sie zum volltönenden "Ich bin noch da!".

Allein: Eine Konstante ist Schönklang an diesem Abend nicht. Dunkelklumpig tönt’s oft aus der Tiefe, aus der Höhe teils rau. Und die Trefferquote schwankt hörbar - so die Stimme nicht unter dem Orchesterteppich landet. Freilich: Sein Clownstalent ist dem Sympathieträger, wie Slapstickeinlagen zuletzt lehren, nicht abhandengekommen - womit der Jubel doch noch auf Starpegel anschwillt.