Vor nicht allzu langer Zeit konnte man sie bei den Innsbrucker Festwochen Alter Musik entdecken. Nun ist die Senkrechtstarterin ein europaweit gefragter, hell leuchtender Stern am Sopranhimmel: Anna Prohaska. Im Brahmssaal präsentierte sie jetzt das Programm ihrer im Vorjahr erschienenen CD mit dem Titel "Sirène"; eine fesselnd zusammengestellte, bunte Abfolge von Liedern zum Thema aus fünf Jahrhunderten und in fünf Sprachen.

Viel ist dabei von Nixen, Meerjungfrauen und insgesamt von sehr viel Wasser die Rede. Doch die bunte Vielfalt der Musik entschädigt bei weitem für eine gewisse Gleichförmigkeit der Sujets. Wen sollte man da von den insgesamt 13 Komponisten und ihren Werken hervorheben? Vielleicht "La mer est plus belle" von Claude Debussy, "Des Fischers Liebesglück" von Franz Schubert oder, zum krönenden Abschluss, Rusalkas Lied an den Mond aus Dvořáks gleichnamiger Oper. Werke von Karol Szymanowski und Arthur Honegger vertraten das 20. Jahrhundert. Und herzlichen Dank für die drei Mörike-Lieder des heute so sträflich vernachlässigten Hugo Wolf!

Glänzendes Timbre, nixenhafte Körpersprache

Gesungen hat das Anna Prohaska mit schlankem, hell glänzendem Timbre, zunehmender Textdeutlichkeit, sinnvoll differenziertem Ausdruck und lustvoll angepeilten strahlenden Spitzentönen. Und gut passten ihre meergrüne Robe sowie ihre nixenhafte Körpersprache zum Thema. Eric Schneider bot der Sängerin seine profilierte Partnerschaft am Klavier. Jubelrufe, Blumen, drei Zugaben!

Konzert

Anna Prohaska (Sopran)

Eric Schneider (Klavier)

Musikverein, Brahmssaal