Max Herre kehrt mit seinem dritten Solo-Album zum Rap zurück, ohne dabei der Soulmusik den Rücken zu kehren. Eingängige Melodien, kluge Texte und Zeilen, die wie von selbst fließen: "Man fand ihn immer, daheim in seinem Zimmer / er nickte mit dem Kopf und schnippte mit dem Finger" - das alles erinnert unweigerlich an die Anfänge bei Herres früheren Band "Freundeskreis".

Weniger Pathos als bei der vorigen Solo-Platte, der Kitsch dort, wo er hinpasst - wie in die Ballade für seine kleine Tochter: "Die Liebe ist wie der Vogel / versuch sie einzusperren, und sie kommt nie mehr geflogen / doch gibst du ihr Freiheit, kommt sie immer zurück . . ." Herre rappt vom arabischen Frühling und den Strapazen der Arbeitswelt, besingt Abschiede und Neuanfänge. Unterstützt wird er dabei u.a. von Philipp Poisel, Aloe Black und Sammy Deluxe. Dass der 39-jährige Stuttgarter die Königsdisziplin des Hip Hop - das Rappen - nach wie vor beherrscht, beweist der letzte Track mit dem Berliner Megaloh - schade nur, dass dieser die Sexismus- und Homophobiekeule auspackt, von der man bei Herre ansonsten verschont bleibt.

Max Herre: Hallo Welt. (Nesola Universal Music)

Max Herre tritt am 19. Oktober in der Arena in Wien auf.
Video "Wolke 7" in voller Länge auf der Website von Max Herre