Die Konzerte des Multi-Percussionisten Martin Grubinger sind eine Kategorie für sich: Der Salzburger spricht vor jedem Stück Einführungsworte, begeistert sein Publikum auch mit sperrigen Werken und sorgt mit einer geschickten Konzertdramaturgie dafür, dass es am Schluss nicht nur Standing Ovations gibt, sondern alle mit den Hüften wackeln, wenn sich die Musiker mit Balkan-Grooves verabschieden.

So geschehen beim zweiten Teil des Grubinger-Zyklus’ Percussive Planet im Wiener Konzerthaus. Musik vom Südosten Europas war das Thema. Fazil Says Variationen für zwei Klaviere und Perkussion führten eine einfache, aufsteigende Tonfolge durch verschiedene Stimmungen. Martin Grubinger und Manuel Hofstätter am Schlagwerk sowie Ferhan und Ferzan Önder am Klavier waren klanglich bestens aufeinander eingespielt.

Für den Klassiker des Abends, Béla Bartóks Konzert für zwei Klaviere, Schlagzeug und Orchester, waren die Percussionisten um rhythmische Schärfe bemüht. Dirigent John Axelrod und die Camerata Salzburg formten einen spröden, harten Gesamtklang. Ganz anders der Sound des Orchesters bei Zoltán Kodálys "Tänzen aus Galánta": charmant phrasierend, vollmundig tönend.

In Avner Dormans "Spices, Perfumes, Toxins" durften Hofstätter und Grubinger noch einmal ins Volle greifen. Grubingers Spiel reizte dabei die Extreme aus: von kompromisslos hart bis augenzwinkernd schmalzig.