Wien. Die "Resonanzen", das Alte-Musik-Fest, das im Wiener Konzerthaus von 19. bis 27. Jänner unter dem Motto "Traumreisen" stattfindet, bringt erstmals die Oper "Les Indes galantes" von Jean-Philippe Rameau nach Österreich. Das zivilisationskritische Werk, von dem jeder Akt auf einem anderen Kontinent spielt und das in einem grandiosen Indianertanz gipfelt, wird von der Simphonie du Marais im Großen Saal aufgeführt.

Ihn bespielt das Festival zwei weitere Male, nämlich bei der Eröffnung durch das französische Ensemble Le Poème Harmonique unter Vincent Dumestre mit einer Weltreise durch die Brille des französischen Barock und mit dem Konzert des Gambenvirtuosen Jordi Savall, der diesmal in Südamerika unterwegs ist.

Sephardim und Ratsmusik


Den Mozart-Saal füllen in der "Resonanzen"-Woche alte Klänge aus aller Welt: Während die Spezialisten für die römische Musik des 17. Jahrhunderts, das Concerto Romano, sich den meditativen Vorläufern des Oratoriums widmen, hat Sängerin und Harfenistin Patrizia Bovi mit ihrem Ensemble Micrologus die mittelalterlichen "Cantigas de amigo" durchforstet und heftet sich an die Spuren von andalusischer, maghrebinischer, sephardischer und türkischer Musik dieser Zeit.

Stolz zeigte man sich, den als Originalklang-Dirigent gefeierten Ton Koopman überredet zu haben, erstmals ein Cembalo-Recital zu geben. Stammgast ist die Hamburger Ratsmusik, die sich gemeinsam mit Peter Matic an die Rekonstruktion einer barocken Fernreise macht: eine 1635 gestartete fürstliche Delegation nach Persien, von der Hofdichter Olearius in seinem Tagebuch berichtet. Und auch mit dem Italiener Michele Pasotti und seiner La fonte musica gibt es für die großteils jährlich wiederkehrenden Festivalgäste ein Wiedersehen.