Erst Beethoven, dann Schumann: Nachdem die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen unter ihrem Chefdirigenten Paavo Järvi sämtliche Symphonien des Klassikers auf CD und DVD vorgelegt hat, ist nun Robert Schumann an der Reihe. Dessen zweite Symphonie ist soeben auf CD erschienen, gemeinsam mit der dritten bildete sie das Programm eines Gastspiel-Abends im Wiener Konzerthaus. 

Von der pulsierenden Energie dieses Klangkörpers war anlässlich des "Beethoven-Projekts" die Rede, von einer Neudeutung abseits eingefahrener Hörgewohnheiten. Auch auf romantischem Boden bestach das Orchester durch eine Kombination aus Spielfreude und rhythmischer Präzision.

Den Kopfsatz der "Dritten" ließ Järvi in den Auftrittsapplaus hinein anheben, als wäre die Musik vor unbändiger Energie nicht im Zaum zu halten. Dort, wo große melodische Bögen gefragt sind - wie im vierten Satz dieses Werkes -, blieb der Klang ein wenig eindimensional. Fein ausgearbeitete Nuancen wie das tastende Fugato ließen aber auch hier aufhorchen.

Als vielleicht auffälligstes Charakteristikum in der Interpretation des Esten erschien die agogische Flexibilität, dank der sich das "poco ritardando" im Scherzo der "Zweiten" deutlich prägender auswirkte, als dies bei anderen Dirigenten der Fall ist. Sehr schön beweglich die Antwort der Streicher auf die Bläser im Trio - eine Leistung, die maßgeblich auf dem Einsatz und der punktgenauen Reaktion der Orchestermusiker beruht.