Bei den Auftritten des Multi-Percussionisten Martin Grubinger wird deutlicher als anderswo im Klassik-Betrieb, dass der reine Klangeindruck nur einen Teil - und nicht immer den wesentlichsten - des Musikerlebens ausmacht. Mit jugendlichem Charme, staunenerregender Technik und entwaffnender Natürlichkeit spricht der 29-Jährige ein Publikum an, das sonst eher bei Pop-Events als im Konzerthaus anzutreffen ist.

Entsprechend unangemessen erscheinen anlässlich eines Phänomens wie des "Percussive Planet"-Zyklus denn auch die analytischen Maßstäbe einer werkbezogenen Musikkritik. Ein eigenes Abonnement ist da dem Jungstar und seinem Instrumentarium gewidmet, wobei Letzteres - da reine Perkussion wohl kaum sechs Abende lang durchzuhalten wäre - durch ein Blechbläserensemble und Streicher ergänzt wird.

Das dritte Konzert der Reihe gestaltete sich als dreieinhalbstündige Tour de Force quer durch die Welt der Perkussion, in der Anspruchsvolles aus der Feder von Xenakis neben Arrangements populärer Klassiker von Copland über Piazzolla bis Bernstein stand. Ein Großteil der Stücke, etwa Michel Camilos "Just kidding" oder "Moods for Interaction" von Rod Lincoln, atmete dann auch eher Bigband-Atmosphäre als branchenübliche Ernsthaftigkeit.

Der Einwand, dass manches (wie etwa die Kompositionen der Japanerin Keiko Abe) musikalisch doch recht seicht, der Einsatz exotischer Instrumente und Musiker eher populistisch denn ein Zeichen echter Interkulturalität war, muss angesichts der abschließenden Standing Ovations wohl als geringfügig erscheinen.