"Sursum corda" und "Passover Psalm" von Erich Wolfgang Korngold und "Psalm 23" von Alexander Zemlinsky - welch ein Programm! Solchen Mut, ein Programm mit gleich zwei österreichischen Komponisten zu gestalten, die von den Nationalsozialisten vertrieben wurden, bringt man nicht etwa in Wien auf, sondern in Bratislava. Was immerhin den Vorteil hat, diese Musik von einem Orchester zu hören, an dessen makelloser Intonation, beglückender Klangschönheit und glühender Intensität sich zumindest drei auf die österreichischen Hauptstadt fokussierte Orchester ein Beispiel nehmen können.

Der fulminante Dirigent Rastislav tur verstand es, Korngolds symphonische Ouvertüre, in deren als forciert kenntlich gemachtem Optimismus der Schrecken des Ersten Weltkriegs nachzuklingen scheint, mit allem gebotenen klanglichen Luxus auszustatten, ohne die Brüche zuzudecken.

In Zemlinskys überschwänglichem Psalm leistete obendrein der Chor der Slowakischen Philharmonie ebenso ein Klangwunder wie darauf in Korngolds klarer konturiertem Psalm. Martina Masarykovás Sopran leuchtete über dem von religiöser Glut getragenen Chor-Orchestersatz.

Aus dem Rahmen der nachromantischen Klangschönheit fiel das Zweite Cellokonzert des 1939 geborenen Armeniers Tigran Mansurian, das zwei Sätze lang spröde Linien führt, ehe ein tänzerisches Finale die Spannungen löst. Die deutsche Cellistin Anja Lechner reflektierte in ihrem Spiel sowohl die Fragilität als auch die finale Lebensfreude und überzeugte mit einer Tiefenschau, die den Zuhörer gerade in die Seele trifft.

Konzert

Slowenische Philharmonie

Rastislav tur

Konzerthaus Bratislava