Das "Konzert für Salzburg" bei den Osterfestspielen in Salzburg: ein echter Wunschkonzert-Termin. So nachgefragt, dass man seitlich am Podium noch einige Stuhlreihen aufstellte. Nicht hohe Eintrittspreise waren diesmal der Grund, dass die Sopranistin Rachel Willis-Sørensen "Dich teure Halle" sang . . .

Wie Christian Thielemann jede instrumentale Faser herausschälte aus dem Tannhäuser-Vorspiel, wie das schwere Blech im fünften Abendeinsatz binnen sechs Tagen immer noch ganz ohne Ermüdungserscheinungen einen warm timbrierten, zugleich leuchtkräftigen und beispielhaft durchhörbaren Sound produzierte: Das ist alles nicht selbstverständlich: Wagners "Wunderharfe" im Heute. . .

Rachel Willis-Sørensen mit der Arie "Dich teure Halle" aus dem "Tannhäuser" (dafür ist "Elsas Traum" entfallen): Wie viel Begeisterung entfacht Thielemann da in der Orchestereinleitung! Da weiß man als Sopranistin, wie man sich optimal einklinken und Emphase steigern kann.

Die Sänger-Freundlichkeit der Sächsischen Staatskapelle Dresden hat sich auch im Verdi-Programmblock bestätigt, den Myung-Whun Chung dirigierte: Der Bariton Julian Kim konnte völlig unprätentiös gestalten - ohne jeden falschen emotionalen Drücker. Maria Agresta zusammen mit leuchtkräftig-schlanken Tenor Attilio Glaser in Ausschnitten aus "La Traviata": Das war orchestral und vokal mit beispielhafter Akkuratesse zusammengebunden. Vorsicht, Suchtgefahr - macht nichts, das "Konzert für Salzburg" wird ohnedies in Serie gehen.