Die Verdi-Oper vom historischen Herrscher Simon Boccanegra und jede Menge Stargeflüster - ausnahmsweise nicht an der Staatsoper, und auch nicht mit dem neuen Parade-Dogen Plácido Domingo. Diesmal fand sich Thomas Hampson in der Titelrolle im Wiener Konzerthaus ein, ihm zur Seite gesellten sich die höchst erquicklich agierenden Symphoniker und eine bestens disponierte Singakademie.

Immerhin galt es, nicht nur eine Rundfunkausstrahlung, sondern auch einen CD-Livemitschnitt zu ermöglichen. Dirigent Massimo Zanetti kostete die überreiche, diffizile Partitur einer der Lieblingsopern des Komponisten aus - und machte deutlich, dass "Simon Boccanegra", vor allem in der hier gehörten revidierten Fassung von 1881, zu oft ungerecht behandelt wird. Hampson strahlte eine akklamierte stimmliche Milde aus, der Figur entsprechend versuchte er erst gar nicht, sich in Szene zu setzen. Und das wirkte.

Im Gegensatz zu ihm war der versöhnte Gegenspieler Gabriele Adorno mit dem strahlenden Tenor von Joseph Calleja effektvoll besetzt. Seine "Cielo pietoso"-Arie erhielt berechtigt starken Szenenapplaus. Geradlinig und ausgewogen erschien Erzfeind Fiesco mit dem italienischen Bass Carlo Colombara, ungewohnt diskret Luca Pisaroni als verschlagener Günstling Paolo. Mit Kristine Opolais stand eine liebende Amelia/Maria auf der Konzerthausbühne, reif im Timbre verlieh auch sie der Geschichte vom Vergebung findenden Korsarenfürsten Plastizität. Spätestens das Terzett der Erkennensszene packte den ganzen Saal bei dieser konzertanten Aufführung: Ovationen.

Konzert

Simon Boccanegra

Wiener Konzerthaus

Wh.: 17. April