Rolando Villazón: gelungene Stimmakrobatik. - © /Frank Leonhardt
Rolando Villazón: gelungene Stimmakrobatik. - © /Frank Leonhardt

Die Welt der "großen Stimmen" bildet einen Sonderfall innerhalb des Klassik-Betriebes, der sich hier so sehr wie nirgends sonst dem Pop-Business annähert.

Dies ist keineswegs verwerflich, bildet der Starkultur doch mindestens seit den Kastraten der Barockzeit einen integralen Bestandteil des Musiklebens. Doch bleibt es faszinierend zu beobachten, wie sich beim Auftreten eines Publikumslieblings wie Rolando Villazón die Wertigkeiten verschieben: Dirigent und Orchester sind hier nur Garnitur und das "Werk" sowieso bloßer Vorwand zur Präsentation der Stimmkunst des Heroen.

Letztere ist im Fall von Villazón seit Jahren Gegenstand erheblicher Skepsis. Als der Tenor am Sonntag mit einem Verdi-Programm erneut im Rahmen des "Great Voices"-Zyklus gastierte, schwappte ihm statt des vielbeschworenen Misstrauens jedoch ein überwältigender Vertrauensvorschuss entgegen.

Was von ihm erwartet wurde, erfüllte er denn auch zur Gänze: Mit wenig Nuanciertheit, dafür umso mehr Emphase schmetterte er Hits wie "Quando le sere al placido" und drückte am Phrasenende noch mal kräftig nach, um zu zeigen, dass er mit seiner Luft noch lange nicht am Ende war.

Das Tschechische National-Symphonieorchester lieferte eine lebendige Begleitung, in der Guerassim Voronkov die Fäden nur momentweise zu entgleiten drohten.

Der Sympathieträger bot jedenfalls, wofür er seit jeher geliebt wird: Intensität.

Konzert
Great Voices: Villazón
Konzerthaus