Literatur im Austausch mit Musik? Klassikveranstalter verdienen mit solchen Mischprogrammen längst dicke Brötchen. Dass sich die Kombination im Jazz künstlerisch rechnen kann, beweist eine Zusammenarbeit von Clemens J. Setz mit dem Michael Lagger Trio. Die atmosphärischen Musikstücke mit dem doch dezidierten Vorwärtsdrang finden in den Kurzlesungen ein reizvolles Vis-à-vis: Auch diese Poeme haben ein betörendes Drehmoment, und sie charmieren nicht selten mit Witz - wenn Setz etwa über den freien Vers sinniert oder Weltliteratur-erzeugende Affen.

Dass Text und Musik à la longue immer mehr ineinanderwachsen, ohne einander zu behindern, wirkt dann fast schon natürlich. Ist tatsächlich aber ein Kunststück.

Michael Lagger Trio: Manuskript. (Session Work Records)