Bereits von den ersten Takten von "Slow Focus" an wird die Hörerschaft rhythmisch niedergeknüppelt, um nach achtzig Sekunden vom Soundkaleidoskop wie von einer Naturgewalt überwältigt zu werden. Collagenartig schieben sich die Klangwälle übereinander und lassen selten Raum für Erholung: Musik, die sich mal überrasch und im weiteren Verlauf des Albums auch mal schleichend in die Gehirnwindungen schraubt.

Nach "Street Horrrsing" (2008) und "Tarot Sport" (2009) ist "Slow Focus" das dritte Album von Benjamin John Power und Andrew Hung. Zwischendurch wurden die Engländer 2012 geadelt, als Regisseur Danny Boyle als künstlerischer Leiter der Olympischen Spiele in London zwei ihrer Songs für die Eröffnungsfeier nutzte. Ließen Fuck Buttons ihre ersten beiden Alben noch fremdproduzieren, so machten sie diesmal alles im Alleingang. Das Ergebnis ist eine labyrinthische Herausforderung, bei der die Orientierung stets adjustiert werden muss. Dass diese Musik auch für die Tanzhallen geeignet ist, davon kann man sich am 28. 9. im Wiener Flex überzeugen.

Fuck Buttons: Slow Focus. (Atp/Indigo)