Eigentlich kann Howe Gelb nichts falsch machen. Er hat seinen Stil, nenne man ihn "Desert Folk" oder "Erosion Rock", schon vor Jahrzehnten gefunden. Es geht bloß noch um die Frage, wie charmant er seine Songs komponiert und verpackt. Nach "Dust Bowl", einem beinahe im Alleingang eingespielten Album, legt Howe Gelb mit "The Coincidentalist" nun bereits das zweite Werk in diesem Jahr vor. Mit von der Partie sind Bonnie Prince Billy, Violinist Andrew Bird und Steve Shelley am Schlagzeug.

Insbesondere Letzterer dürfte bei der Aufnahme reichlich unterfordert gewesen sein, erschöpfen sich die perkussiven Elemente doch zumeist im Streicheln der Drums - mit Ausnahme des eher treibenden "Unforgivable". Insgesamt jedoch setzt sich Note für Note eher gemächlich aneinander. Der Hörer wird nicht irritiert oder vom Träumen abgehalten. Dies passt gut zum Titel des Albums: Denn nach Gelb sei der "Coincidentalist" jemand, der Koinzidenzen zwar lesen könne, keineswegs aber ihre Bedeutung zu entschlüsseln versuche. So lässt sich noch jede harmonische Gemütlichkeit rechtfertigen.

Howe Gelb: The Coincidentalist. (Warner)