Am 7. Oktober hat Carey Mercer das neueste Album seiner Frog Eyes im Selbstverlag online veröffentlicht. Es war sein 38. Geburtstag. Kürzlich wurde bei ihm Kehlkopfkrebs diagnostiziert - ein Umstand, den Mercer nicht verschweigt und den er schlicht mit "bad luck" kommentiert. Dazu kommt, dass sein Vater erst unlängst verstorben ist. Von beiden Begebenheiten erzählt "Carey’s Cold Spring".

Waren frühere Alben von Irrsinn ("The Golden River") und Paranoia ("The Folded Palm") gekennzeichnet, so versucht Carey Mercer diesmal ohne Geschrei (!) und mit wenig Geheule auszukommen.

Stimmungsmäßig knüpft "Carey’s Cold Spring" wie eine negative Folie an den meisterhaften Vorgänger "Paul’s Tomb: A Triumph" an - als dessen nachtschattiger Bruder: "The world is sick, the world is sad". Reduziert auf lineare Strukturen ohne Schnörkel, führt Mercer durch eine schillernde Melodienlandschaft, die vor allem glitzert, wenn die einsamen Momente von einer glasklaren Gitarre überschwebt werden.

"Even cancer needs a home" sang Mercer bereits im Jahr 2004. Vor dem Hintergrund der nun bekannten Diagnose klingt das neue Album gerade deswegen nach Abschied.