Musik braucht manchmal Orte. Andernfalls irrt sie vielleicht orientierungslos in grenzenlosen Sphären umher. Im Falle von Oh Land könnte so ein Ort beispielsweise eine Schlittschuhbahn sein, auf der man zu den Klängen von "Cherry on Top" erste romantische Bande knüpft. Passend dazu singt Nanna Øland Fabricius von der Unerfüllbarkeit des Begehrens. Was bleibt, ist die Sehnsucht.

Auf den dreizehn neuen Songs von "Wishbone" geht es um das Immaterielle des Materiellen: um flottierende Wünsche, Gedanken und Träume, die die Dänin geschickt in verschiedene Disco- und Elektrosounds verpackt. Die ehemalige Ballerina will dabei gar nicht stilbildend wirken, sondern vor allem möglichst gut unterhalten. Textlich spart sie hier nicht mit Augenzwinkern: "I’ve got a boxer / living in my ear / and he hits the drum / Is that weird?" heißt es etwa im rapartigen "My Boxer". Oh Land ist - nach "Fauna" aus 2008 und dem selbstbetitelten Zweitling von 2011 - ein kurzweiliges drittes Album gelungen, das durch die harmonischen Anknüpfungen an diverse Vorbilder zeitweise allerdings etwas knochig wirkt.

Oh Land: Wishbone. (Warner Music)