Berlin. Der deutsche Dirigent Gerd Albrecht ist, wie erst jetzt bekannt gegeben wurde, am 2. Februar in Berlin gestorben. Albrecht war ein Fürsprecher der zeitgenössischen Musik und leitete zahlreiche Uraufführungen im Konzert und in der Oper.

Als der am 19. Juli 1935 in Essen Geborene 1963 in Lübeck Generalmusikdirektor wurde, zog Albrecht die Aufmerksamkeit der internationalen Fachwelt auf sich: Nie zuvor war ein so junger Dirigent mit einem solchen Amt betraut worden.

Weitere Stationen seiner Karriere: Musikalische Oberleitung der Deutschen Oper in Berlin, Chefdirigent des Tonhalle-Orchesters Zürich, Generalmusikdirektor der Hamburgischen Staatsoper, Chefdirigent die Tschechische Philharmonie Prag, dann auch des Dänischen Radiosinfonieorchester Kopenhagen, wo es zum Eklat kam, als der Pazifist Albrecht die Dänische Regierung scharf für die Teilnahme am Irak-Krieg kritisierte.

Zu den wichtigsten Werken, die Albrecht uraufgeführt hat, gehört die Oper "Lear" von Aribert Reimann. Auch im romantischen Repertoire versuchte Albrecht, Unbekanntes aufzuspüren. Seine Interpretationen zeichneten sich durch Genauigkeit und exemplarische Durchhörbarkeit des Stimmgefüges aus.