Einmal im Jahr gibt es aus der Black- oder Post-Metal-Ecke ein unerwartetes Geschenk, das die Hörerschaft nachhaltig herausfordert und vielleicht auch beglückt. Im letzten Jahr glänzten Deafheaven (mit ihrem Zweitling "Sunbather"), 2012 beeindruckten Bosse-de-Nage mit ihrem Album "III".

In diesem Jahr sind es bisher Wreck And Reference, die mit "Want" die Aufmerksamkeit des aufgeschlossenen Musikfans beanspruchen. Die Band wurde 2011 von Drummer Ignat Frege und dem Soundtüftler Felix Skinner gegründet. Bald darauf sollte ihr Debüt "No Youth" erscheinen. Wie dieses ist nun auch der Nachfolger keine leichte Kost: Bereits der Opener "Corpse Museum" kommt in seiner Nervigkeit als Ohrfeige für den guten Geschmack daher. Im Vordergrund gräbt sich sägend ein Kreischgesang in die Hörmuscheln, der im Laufe des Albums um triste Spoken-Word-Einlagen ergänzt wird. Letztere vermögen es gar - wie in "Machine Of Confusion" -, die musikalische Spannung bis zur Unerträglichkeit zu steigern.

"Want" pendelt zwischen säureartig auflösendem Nihilismus und traumatischer Hoffnungslosigkeit, zwischen bestialischen Eruptionen und eingesperrter Einsamkeit. Dem experimentierfreudigen Flenser-Label sei Dank!

Wreck And Reference: Want. (Flenser)