J Mascis hat bereits mit "Several Shades Of Why" im Jahr 2011 unter Beweis gestellt, dass er sich nicht hinter verzerrten Gitarren oder einem Soundwall zu verstecken braucht. Nun folgt mit "Tied To A Star" die zweite solistische Seelenerkundung des Dinosaur-Jr.-Frontmanns. Diese fällt aber keineswegs so akustisch aus wie noch beim Vorgänger. Denn diesmal hat Mascis quasi eine Band um sich geschart - und sogar Chan Marshall alias Cat Power für einen Gastauftritt bei "Wide Awake" gewonnen.

Es ist nun keine Überraschung mehr, dass Mascis’ Songs ebenso funktionieren, wenn sie entschleunigt und (fast) jeder elektronischen Finesse entkleidet werden. Manche Reduktion bekommt ihnen - wie beim balladesken Opener "Me Again" - sogar auffällig gut.

Doch wenn man glaubt, Mascis habe es sich gerade in seiner ruhigeren musikalischen Behausung gemütlich gemacht, drängt es ihn schon wieder zum Expressiven ("Every Morning"). Zwar wünschte man sich mehr Vages und weniger Vertrautes, dennoch ist "Tied To A Star" ein Album, das mit seinen zarten melancholischen Anklängen wunderbar zum verfrühten Herbst passt.

J Mascis: Tied To A Star. (Sup Pop)