Es wird wohl die symbolische Bedeutung sein, die den neuen Chefdirigenten der Wiener Symphoniker Philippe Jordan veranlasst hat, Schuberts Erste Symphonie für sein Antrittskonzert zu wählen. Denn sie verkörpert den Beginn von Schuberts Karriere, schließlich war er erst 16, als er sie komponiert hat. So lassen sich die musikalischen Bausteine erklären, die wie ein Potpourri aus Anklängen an die Musikprominenz (Mozart, Beethoven) klingen. Jordan arbeitete im Konzerthaus vor allem diese Bausteine heraus, wodurch die Gesamtheit der Symphonie zu leiden hatte. Sie wirkte zerteilt, manchmal fast brutal, dann wieder leer. Es fehlt an Harmonie, an Leichtfüßigkeit, an Gefühl.

Besser da die zweite Hälfte mit Leoš Janáčeks "Glagolitischer Messe". Ein hervorragender Chor fügt sich in das nun ganzheitlicher klingende Orchester, die Solisten erstrahlen von Zeit zu Zeit, um dann wieder im farbenfrohen Klang- und Gefühlskonvolut des Orchesters und Chors unterzutauchen. Nur manchmal kann die Spannung auch hier nicht gehalten werden. Im Gesamten aber überstrahlt die Wucht der Chor-Orchester-Kombination diese fehlenden Spannungsmomente.

Konzert

Wiener Symphoniker

Philippe Jordan (Dirigent)

Werke von F. Schubert und L. Janáček