Lang Lang hat seine Anhängerschaft. Dass er als Technikjunkie, auf der Suche nach dem ultimativen Geschwindigkeitsrausch, ihre Erwartungen auch diesmal im Konzerthaus wieder befriedigt hat, war eindeutig. Schon zu Beginn war eine nervös-prickelnde Anspannung spürbar, das Publikum jünger als sonst, der Saal zum Bersten voll. Dann kam der Star, spielte Bachs "Italienisches Konzert" in einem rasanten Tempo, was die Leute schon mal zu einem Applaus zwischen den Sätzen verführte. Tschaikowskis "Die Jahreszeiten" lebten dann hauptsächlich von den vielen Tempowechseln, wobei der "Popstar unter den Pianisten" lediglich zwei Ausdrücke zu kennen schien: pompös und sentimental.

Technisch virtuos


Auch bei Chopins "Scherzi" fehlte es weitgehend an Ausdruck, darüber konnte die technische Virtuosität nicht hinwegtäuschen. Die Linien, die er mit den Händen in die Luft zeichnete, fehlten sei-nem Spiel. Lang Lang weiß durchaus, was es heißt, "schön" zu spielen, dennoch fehlt es immer an Ausdruck. Klangen "Die Jahreszeiten" seltsam glatt, passte diese technisch-virtuos-aber-inhaltsleere Spielweise eindeutig besser zu Chopins "Scherzi", die Lang Lang in dieser Hinsicht besser lagen. Dennoch fehlte es auch hier an Gefühl - oder einfach an einem spürbaren Interpretationskonzept. Was ihn aber nicht weiter zu stören hat, denn seine Fans hat er so oder so. Und die waren begeistert: Standing Ovations und zwei Zugaben.

Konzert

Lang Lang (Klavier)

Werke von Johann S. Bach,

Peter I. Tschaikowski und Frédéric Chopin

Konzerthaus