(walk) "Wo Sie nicht sind, wo Sie nicht existieren, gibt es da vielleicht Sommerschnee?", singt Tujiko Noriko (auf Japanisch) in "Through The Rain", einem der charmantesten Songs des Jahres. Titelweisend ist das dazugehörige Album, "My Ghost Comes Back", von Gespenstern bevölkert, mehr noch aber von Sehnsüchten nach Nähe und Intimität. Dazu flüstert und säuselt sich Tujiko genüsslich durch elektronisches Gezirpe, Gepiepse und Geblubber.

Doch die verspielte Musikerin ist auf ihre verträumte Art erwachsen geworden und präsentiert sich damenhaft. Mutig beginnt das Album mit dem 15-minütigen "My Heart Isn’t Only Mine". Für einige Songs hat sie sich männliche Unterstützung (Maxwell August Croy) geholt, was den poppigen Charakter mancher Melodien unterstützt. Dennoch bleibt das Tor zur Geisterwelt geöffnet, und das Album so unwirklich wie phantastisch. Für den nächsten Sommer ist ein zweiter Teil geplant. Tujiko wirbt derzeit auf der Crowdfundig-Plattform Indiegogo um Unterstützung.

Tujiko Noriko

My Ghost Comes Back

(Editions Mego)