Es gibt Komponisten, deren Werke sich durch eine beachtliche Qualität auszeichnen und die dennoch relativ unbekannt bleiben. Und: Es gibt Instrumente, die solistisch ein ähnlich stiefmütterliches Dasein fristen. Umso erfreulicher, wenn beiden einmal zugleich Tribut gezollt wird. Der Komponist - das ist in diesem Fall Johann Baptist Vanhal (der Herr hat immerhin gemeinsam mit Mozart Streichquartette gespielt). Und das Instrument, das ist der Kontrabass.

Dass darauf nicht nur drei Chinesen spielen können, sondern auch ein Ungar im virtuosen Stil, wurde im Konzerthaus gezeigt. Dort gab es Vanhals Kontrabasskonzert in Es-Dur (transponiert nach D-Dur) zu hören: O Jubel, O Freud’!, um es vorweihnachtlich zu formulieren. Ödön Rácz bändigt seinen Kontrabass gekonnt. Die spielerische Behändigkeit überrascht, der volle (nur zu selten solistisch gehörte) Klang des Instruments überzeugt, ja erfreut. Dass die Kleinformation der Wiener Philharmoniker etwas farb- und charakterlos wirkt, vergisst man darüber fast - vielleicht war das aber auch zugunsten des Solisten so beabsichtigt.

Wuchtiger Auftritt


Auch die zweite Hälfte, die mit Mahlers besser bekannter Fünfter Symphonie zeitlich weit überwiegt, hat es in sich. Die Blechbläser spielen sich imposant in den Vordergrund, der Klang des Orchesters ist voll und schön. Wenn es kraftvoll wird im zweiten Satz, droht der Kontrapunkt unter dem nicht mehr ganz kontrollierenden Taktstock von Michael Tilson Thomas in Trubel zu verfallen. Alles in allem ein wuchtiger Auftritt und ein wunderbares Programm.

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