Wenn der französisch-katalanische Musikartist Pascal Comelade mit dem in Perpignan ansässigen Duo Les Limiñanas ein gemeinsames Album aufnimmt, vergisst er sämtliche Melancholie für eine Weile und frönt genüsslich einer seiner Vorlieben: dem Garagen Rock. Von dieser schmutzig-rauchigen Höhle aus taucht das Trio orgelhaft in psychedelische Ekstasen ("Carnival Of Souls"), breitet die Landschaft eines Italowestern-Showdowns ("(They Call Me) Black Sabata") aus oder huldigt dem Blues ("Why Are We Sleeping").

"Traité de Guitarres Trioelectiques" ist eine erfrischende, von Ideen nur so übersprudelnde Zeitreise in die 1960er Jahre und derart spielfreudig, als würde das Joint Venture das Genre des hingerotzten Rocks gerade erst erfinden. Als hübschen ironischen Kontrapunkt dazu gibt es eine Coverversion von "Yesterday Man"; und "El Vici Birra-Crucis" wäre auf den damaligen Partys sicher ein Dauerbrenner gewesen. Das einzige Manko dieses bisher vielleicht unterhaltsamsten Albums des Jahres 2015: Trotz 43 Minuten Spieldauer ist es einfach deutlich zu kurz.

Pascal Comelade + Les Limiñanas: Traité de Guitarres Triolectiques. (Because Music/Alive)