Es ist schön, wenn im Konzerthaus unterschiedliche Publikumsschichten aufeinandertreffen. Wie im Großen Saal, wo das konservative Symphoniker-Publikum sich mit den Abonnenten des Percussive-Planet-Zyklus mischte, die sich sonst kaum in Konzerte mit klassischer Musik verirren.

Erstaunlich homogen geriet das Programm: zunächst Arvo Pärts "Cantus in momory of Benjamin Britten" - zeitgenössische Musik, wie sie hierzulande selten zu hören ist und doch nicht wenige Fans besitzt. Nach dieser Orgie orchestraler Harmonie wirkte Kalevi Ahos Schlagzeugkonzert richtiggehend avantgardistisch: Unregelmäßige Rhythmik und schrille Klangfarben verleihen der erstmals in Österreich aufgeführten Komposition den Hauch des Chaotischen. Dennoch verortet die tonale Klangsprache das Werk näher an der Filmmusik als an der Avantgarde. Der primitivistische Gestus, den der aus dem Samischen stammende Titel "Siedi" evoziert, wurde durch die Performance Martin Grubingers verstärkt, dessen theatralische Gesten keinen geringen Teil seiner Bühnenwirkung ausmachen. Der Komponist und Superstar Grubinger wurden lebhaft beklatscht.

Ganz traditionell und in schlüssigem Bogen endete der Abend mit der Ersten Symphonie von Ahos Landsmann Jean Sibelius. Osmo Vänskä sorgte mit klaren Gesten für eine solide Interpretation. Die Wiener Symphoniker schienen in ihrem Element: Satt das Forte der Streicher im Kopfsatz, agil die Holzbläser im Scherzo. Drei effektvolle Stücke an der Grenze zum Plakativen, wirkungsvoll präsentiert.