Als viertes Kind in eine musikalische Familie hineingeboren, wird bald Balduin Sulzer auf Franz Mösts Talent aufmerksam und er wurde zu seinem wichtigsten Lehrer und Förderer. Möst studierte Komposition und Geige, musste seine angestrebte Musikerkarriere aufgrund von Verletzungen nach einem Autounfall 1978 aufgeben. Er widmete sich ganz dem Dirigieren, studierte 1980 bis 1984 in München und war von 1982 bis 1985 zugleich Leiter des Österreichischen Jugendorchesters. Auf den Vorschlag seines Mentors Andreas von Bennigsen nahm Möst Mitte der 1980er Jahre den Künstlernamen Welser-Möst an, als Hommage an die Stadt Wels, in der er aufgewachsen war.

Chefpositionen bekleidete er in Stockholm, Norrköping, London und am Opernhaus Zürich, seit 2002 auch in Cleveland und von 2010 bis 2014 an der Wiener Staatsoper, wo er bereits 1987 mit Rossinis "Italienerin in Algier" debütierte, aber bei seinem Comeback im September 2003 als Einspringer mit "Tristan und Isolde" nachhaltig auf sich aufmerksam machte.

Rücktritt als Generalmusikdirektor

Ioan Holender betraute den Dirigenten in der Folge mit der musikalischen Einstudierung von Richard Strauss’ "Arabella" und des neuen "Ring des Nibelungen" (2007-2009) in der Regie von Sven-Eric Bechtolf. 2007 erfolgte auch die Designation zum Generalmusikdirektor der Staatsoper an der Seite von Direktor Dominique Meyer. Seinen Rücktritt als Generalmusikdirektor des Hauses erklärte Welser-Möst dann Anfang September 2014 und legte dieses Amt sowie alle geplanten Dirigate am Haus aufgrund von Auffassungsunterschieden in künstlerischen Belangen mit sofortiger Wirkung zurück.

Die Zusammenarbeit mit den Wiener Philharmonikern wird diesen Sommer in Salzburg fortgesetzt, wo er wieder Opern dirigieren wird: Beethovens "Fidelio" hat am 4. August Premiere und die Vorjahres-Produktion des "Rosenkavalier" wird wieder aufgenommen.

Im "Klassik-Treffpunkt" plaudert der Dirigent mit Albert Hosp über seine weiteren Pläne.