Jenseits palliativer elektronischer Sedierung und fern narzisstischer Mensch-Maschine-Symbiosen stürmen Le Butcherettes frech und mitreißend ins Ohr. "A Raw Youth" nimmt Partei für Minderheiten, Ausgestoßene wie Ausgebeutete und protestiert gegen Zustände, die zu Hoffnungslosigkeit, Traurigkeit und Verzweiflung führen. Im Zeitalter zombiehaften Dahinvegetierens ist es ein Anti-Zombie-Album.

Längst schon ist die mexikanische Band um die charismatische Frontfrau Teri Gender Bender (eigentlich Teresa Suárez), deren Affinität für die frühe PJ Harvey unverkennbar ist, kein Geheimtipp mehr. Omar Rodríguez-López (Ex-The-Mars-Volta) produzierte alle Alben und spielte bis zum letzten Jahr noch Bass. Nach wechselhaften Besetzungen werden Le Butcherettes auf dem dritten Album von Schlagzeuger Chris Common und am Bass von Jamie Aaron Aux komplettiert. Als Gäste geben sich Iggy Pop ("La Uva") und John Frusciante ("My Half") die Ehre. Eine gute Prise Punk-Rock, etwas Siouxsie und ein Gespür für Melodien machen "A Raw Youth" zu einem berauschenden Erlebnis.