Was das kollektive Singen auf professionellem Niveau angeht, sieht es im "Musikland" Österreich nicht allzu rosig aus. Neben den obligatorischen Opernchören und hochspezialisierten "Telefon-Truppen" dominiert das breite Spektrum des Semiprofessionellen.

Umso bemerkenswerter, dass es die Company of Music gibt. Das von Johannes Hiemetsberger geleitete Profi-Ensemble hat sich viel vorgenommen - ein Ehrgeiz, der Früchte trägt: Seit der vorigen Saison gestaltet die Company einen eigenen Zyklus im Wiener Konzerthaus. Am Montag galt der Fokus (gemäßigt) Modernem und Postmodernem: Brittens "Flower Songs", Berios "Cries of London", einer einfach-folkloristisch gehaltenen Uraufführung aus der Feder von Julia Lacherstorfer, die auch Violine spielte. Dazwischen humoristische "Catches" aus der Zeit Henry Purcells. Dass das performative Element die vielleicht wichtigste Ingredienz des mit "Circus" überschriebenen Programms war, zeigte nicht nur John Cages hingebungsvoll interpretierte, dabei völlig gesangsfreie "Living Room Music" (Szene: André Turnheim). Und mit "Sarà dolce tacere" von Luigi Nono bewiesen die knapp 20 Sängerinnen und Sänger, dass sie auch die unwirtlichen Gestade serieller Musik nicht scheuen.

Zu Recht bejubelt

Schade, dass es dabei blieb - schließlich erhalten solch avancierte Chor- und Ensemblestücke kaum je eine Plattform. Ein Blick in die längst nicht überfüllten Reihen des Mozart-Saals ließ den Grund erahnen: A-cappella-Musik hat ein Verkaufsproblem, da würden Dissonanzen kaum helfen. Auch so eine zu Recht bejubelte Leistung.