Berliner Lieder und Chansons waren angekündigt, der rote Samtvorhang, der Barhocker und die Beleuchtung verliehen der Staatsopernbühne eine gewisse Salon-Atmosphäre: Unter dem Titel "Wenn ich mir was wünschen dürfte" gestaltete Kammersängerin Angela Denoke am Dienstagabend ein Solistenkonzert abseits des Opernrepertoires.

Ein Programm, das man sich eher in intimerer Umgebung wünschen würde. Es lief auch nicht gleich alles rund. Zwei Titel musste man warten, bis die kleine Combo aus Tim Park (Violoncello), Bernhard Nusser (Blasinstrumente) und Tal Balshai (Klavier und Arrangements) mit der Sängerin in Balance war; trotz Headset stimmte zu Beginn die Lautstärke weder bei ihr noch bei Uwe Kraus, dem Sprecher herrlich ironischer bis bitterböser Texte von Erich Kästner, Bert Brecht und Kurt Tucholsky.

Das Liederprogramm - mit Nummer von Hanns Eisler bis Kurt Weill - war intellektuell anspruchsvoll, großteils sozialkritisch-düster und stand ganz im Zeichen der Zerrissenheit der Gefühle der 20er und 30er Jahre des vorigen Jahrhunderts. Mochte ein Stück scheinbar noch so fröhlich beginnen, am Ende blieb einem das Lachen im Halse stecken: Irgendwo hatte sich eine tiefe Trauer oder Bitterkeit eingeschlichen. Gekonnt bot Denoke eine Fülle an Farbschattierungen gerade der dunklen Art; sehr textverständlich und mit kleinen Tanz- und Showeinlagen trat sie in Dialog mit den ebenso feinen, stilsicher und humorvoll spielenden Musikern. So wurden die originellen Arrangements zum Genuss.

Konzert

Angela Denoke (Sopran)

Lieder von Kurt Weill u. a.