Ein eigenartiges Blasinstrument hält Lorenzo Coppola in der Hand und erklärt dem Publikum im Musikverein, dass Mozart sein berühmtes Klarinettenkonzert genau für dieses besonders theatralische Instrument geschrieben habe, das wie eine Mischung aus Sopran und Bass über einen Tonumfang von vier Oktaven verfüge: eine Clarinet d’amour, zu deutsch Bassettklarinette. Ihre besondere Klangqualität mit feiner, schlanker Höhe und erdig-derber Tiefe zeigt Coppola mit viel Witz und leichtfüßigem, organischem Spiel, während das Freiburger Barockorchester äußerst feinfühlig begleitet, damit das gerade im Pianobereich sehr farbenreich klingende Instrument auch voll zur Geltung kommen kann. So hat das Publikum dieses Klarinettenkonzert wohl noch nie gehört - und reagiert begeistert.

Ungewöhnlich auch der Aufbau des Abends mit reinem Mozart-Programm: Arien aus "Don Giovanni", "Così fan tutte" und "Le nozze di Figaro" zwischen den Einzelsätzen der "Linzer" Symphonie - ungewohnt jedoch nur für das heutige Publikum, nicht zu Mozarts Zeit. Vor Energie sprühend, präzise und ganz klar bieten die Freiburger unter der souveränen Leitung ihres Konzertmeisters Gottfried von der Goltz Unterhaltung im besten Sinne.

Souverän: Christian Gerhaher

Christian Gerhaher lässt mit seiner direkten, natürlichen Art und seiner ungeheuren Bandbreite an Ausdrucksmöglichkeiten in jeder Arie eine eigene Welt lebendig werden: Absolut textverständlich, kraftvoll, differenziert und sicher in Höhe wie Tiefe. Ein Abend, der in Erinnerung bleiben wird.