Ursula Mamlok galt als eine der führenden Komponistinnen der USA. - © ursulamamlok.com
Ursula Mamlok galt als eine der führenden Komponistinnen der USA. - © ursulamamlok.com

Berlin. Die Komponistin Ursula Mamlok ist am Mittwoch in ihrer Geburtsstadt Berlin gestorben, wo sie erst seit 2006 wieder lebte. Mamlok gilt als US-amerikanische Komponistin. Diese Fakten deuten ein Schicksal an: Mamlok, am 1. Februar 1923 geboren, hieß noch Lewy, als sie mit ihrer Familie vor den Nationalsozialisten fliehen musste.

Zuerst fand ihre Familie Aufnahme in Ecuador. Nachdem sie - im Alter von erst 17 Jahren - ein Stipendium an der Mannes School of Music in New York erhalten hatte, übersiedelte sie in die USA. Sie studierte bei dem ebenfalls emigrierten Österreicher Ernst Krenek und beim von Arnold Schönberg beeinflussten US-Avantgardisten Roger Sessions Komposition.

Ursula Mamlok orientiert sich in ihren frühen Werken an Paul Hindemiths neu definierter Tonalität. Erst unter dem Einfluss ihres Lehrers Ralph Shapey findet sie zu sich selbst. Etwa ab Mitte der 1960er Jahre schreibt sie eine Musik, die mit komplexen Rhythmen und dissonantem Kontrapunkt ein eigenes ganz und gar modernes Gesicht zeigt. Damit wird Ursula Mamlok zu einer der führenden Vertreterinnen der US-amerikanischen Avantgarde-Musik.