Charme und Eleganz lautet auch 2018 die Devise des Mailänder Choreografen Davide Bombana. Bewusst unterstreicht er in den beiden Stücken, die er für das Wiener Staatsballett kreiert hatte, seine choreografische Handschrift, die man zurzeit auch in "Roméo et Juliette" an der Wiener Volksoper wiederfindet.

Mit den diesjährigen Tanzschauplätzen gedenkt man dem 100. Todestag des Architekten Otto Wagner und den historischen Ereignissen 1918: Die "Stéphanie-Gavotte" von Alfons Czibulka tanzen die beiden Solisten des Staatsballetts Rebecca Horner und Roman Lazik im Hietzinger Hofpavilion. In blauem Samtanzug und farblich abgestimmtem glänzenden Kleid (Kostüme: Jordi Roig) löst Bombana klassische Ballettbewegungen und Figuren unkonventionell auf, im Spiel der Arme erkennt man rar die klassischen Positionen. Auch im zweiten Stück, "Rosen aus dem Süden" von Johann Strauß Sohn, das im Schloss Eckartsau aufgezeichnet wurde und an das Ende der österreich-ungarischen Monarchie mit der Verzichtserklärung von Kaiser Karl erinnern möchte, setzt der Choreograf seinen Stil fort: Die Solisten - unter ihnen Maria Yakovleva, Eno Peci oder auch Ioana Avraam und Mihail Sosnovschi - walzen im Dreiviertel-Takt in geblümten Kleidern durch die Gärten und Prunksäle, erleben zartes Liebesgeplänkel und ein verzichtbares Eifersuchtsgerangel. Ob Schotter- oder Holzboden: fließend, elegant und edel zeigt sich das Staatsballett.