Debüt bei der Mozartwoche: Piotr Anderszewski. - © ap/Michal Dolezal
Debüt bei der Mozartwoche: Piotr Anderszewski. - © ap/Michal Dolezal

Es geht dem Herrn Mozart in der ihm zu Ehren veranstalteten Woche leider nicht immer ganz so gut, wie es der Anlass eigentlich nahelegen würde. Etwa dann, wenn Leute zusammenkommen, deren offenkundig einzige Gemeinsamkeit die ist, dass sie mit Musik ihr Brot verdienen. Am Mittwoch im Großen Festspielhaus waren das: der aus Frankreich stammende Dirigent Alain Altinoglu, der polnische Pianist Piotr Anderszewski und die Wiener Philharmoniker.

Irgendwie sind sie da also zusammengeweht worden und mussten nun schauen, was sie miteinander und vor allem mit Mozarts spätem C-Dur-Konzert KV 305 anfangen sollten. Betulicher und konturloser kann der Einstieg in einen Eröffnungssatz nicht ausfallen, und als sich dann der Pianist mit ein paar Floskeln einklinkte - dieses "Beiläufige" wäre eine der genialsten Konzertideen Mozarts -, da hatte sich so rein gar nichts getan, an das Piotr Anderszewski hätte anknüpfen können. Anderszewskis Plan scheint dahingegangen zu sein, die C-Dur-Leuchtkraft dezent zu halten und um so nachdrücklicher und subtiler die Moll-Abtönungen auszuleuchten, und dies ohne aufgesetzte Effekte. Wollte aber so nicht sein, da hing ein Klotz am Bein...

Das Andante wirkte nicht weniger verhatscht und man musste beinah schon Mitleid haben, wie wenig einem Dirigenten zu den gerade in diesem Konzert so wichtigen Holzbläserstimmen einfallen kann: Sie blieben vom viel zu dicken Streichersound zugedeckt. Hat Alain Altinoglu zu Mozart überhaupt etwas zu sagen? Die einleitende "Pariser Symphonie" D-Dur KV 297 ist holzschnittartig, aber immerhin eloquent dahergekommen. Und Bizets Symphonie Nr. 1 C-Dur - da kann nun wirklich wenig schiefgehen.

KONZERT

Piotr Anderszewski

Großes Festspielhaus, Salzburg

Mozartwoche