Tanzmusik schwirrt in der Luft, Blumen ranken sich an den Wänden, ORF-Kameras filmen von den Seiten, zuletzt wogt der "Donauwalzer" im Goldenen Musikvereinssaal. Das Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker? Mitnichten: Am Wochenende fand der "Frühling in Wien" statt - das traditionelle, stets am Ende der Karzeit abgehaltene Gute-Laune-Event der Wiener Symphoniker.

Könnte man dem Termin nicht etwas mehr Unverwechselbarkeit ins Osternest legen? Die Orchesterleitung müht sich immer wieder darum; der Einsatz des "Donauwalzers" war da allerdings nicht die beste Wahl. Dennoch besaß das Konzert heuer ein Alleinstellungsmerkmal: Mit dem Einsatz der vier Allround-Musikanten des slowakischen Janoska Ensembles sprengte die Veranstaltung die Grenzen der Klassik-Heiterkeit. Fast die ganze erste Hälfte lang konnten die vier Verwandten ihrer Spielfreude an Geige, Bass und Klavier die Zügel schießen lassen. Da strömte der Virtuosenschweiß, raste die Musik immer wieder über die Genregrenzen von Folklore, Klassik, Jazz und Stehgeigertum. Allerdings: Was in Kleinbesetzung mitreißt, hebt mit fülliger Orchesterbegleitung nicht immer ab. Eine Stil-Fusion namens "Tarantella vs. Niška Banja" zündete da noch am stärksten; am Kopfsatz von František Janoskas Erster Symphonie (einem saftigen Weltmusikporträt der Stadt Bratislava) überzeugte das furiose Finale.

In der zweiten Hälfte klassische Tanzmusik: Interpretationen mit Hand und Fuß, aber ohne viele Nuancen. Von der ekstatischen Stabführung Ádám Fischers profitierte vor allem Dvořáks Slawischer Tanz in g-Moll - demnächst noch in der ORF-TVthek zu bewundern.