Die Dramaturgie wirkte befremdlich. Warum eine Programmierung, die einen Bühnenumbau so kurz vor der Pause notwendig macht für eine gerade einmal fünfminütige Komposition?

Jedoch: Nach besagten fünf Minuten war jegliche Verwunderung vergessen. Gespielt vom Orchester MusicAeterna, war Mozarts "Figaro"-Ouvertüre durch den Saal gefegt. Durch und durch erquicklich für Geist und Seele. Diese prickelnde Partitur ist bei Teodor Currentzis in den besten Händen. Mit Mozarts Da-Ponte-Zyklus hatte der Dirigent vor einigen Jahren die hiesige Musikwelt erobert. Viel ist seither über den Musiker und seine verheißungsvolle Exzentrik geschrieben worden. In Anbetracht all dieser Berichte wirkte der Abend am Mittwoch im Konzerthaus vergleichsweise normal.

Zwiespältig fiel die Interpretation von Beethovens Drittem Klavierkonzert aus. Einige Orchestermomente gelangen berückend schön, Raum und Zeit scheinbar enthoben. In Summe aber zerfiel das Ganze zu oft, zerfloss die Spannung. Verursacht wurde dieser Eindruck durch den Solisten. Alexander Melnikov konnte dieses Mal weder gestalterisch noch spieltechnisch überzeugen. Die nach der Pause präsentierte Siebente Symphonie von Beethoven gelang gut: atemberaubend die dynamische Gestaltung zu Beginn des zweiten Satzes. So richtig sprang der Funke dieser "Apotheose des Tanzes" (Richard Wagner) am Schluss über. Da krachte es dann schon zu offensichtlich. So sehr, dass es das Publikum aus den Sitzen direkt in stehende Ovationen riss. Das Konzerthaus setzt den Currentzis-Zyklus in der nächsten Saison fort.

Konzert

MusicAeterna

Teodor Currentzis (Dirigent)