Arcadi Volodos spielte im Wiener Konzerthaus Stücke von Schubert, Rachmaninoff und Skrjabin in ruhiger Besonnenheit.

Das Licht im großen Saal des Konzerthauses geht aus - rückblickend sieht man damit schon angekündigt, was Arcadi Volodos an diesem Abend vermitteln möchte: Einen unverstellten Blick auf den Klang und die Musikalität der ausgewählten Werke. Die Musikalität - und nicht die Virtuosität - steht im Zentrum dieses Programms, das aus Schuberts E-Dur Sonate, sechs "Moments musicaux", und Stücken von Rachmaninoff und Skrjabin besteht. Da ist nur Musik in ihrer schönsten Form, wohin das Auge reicht.

Volodos geht mit rundem, vollem Klang zu Werke, durchmisst die einzelnen Stücke in getragenem Tempo, höchste Aufmerksamkeit aufbringend, die er übrigens auch vom Publikum einfordert. Ein unerwünschtes Husten wird durch ein Kopfschütteln, ein unruhiges Murmeln zwischen den Stücken durch erwartungsvolles Auf-den-Tasten-Ruhen der Hände getadelt. Töne wie Perlen aufgefädelt, so klar, überreicht Volodos dem Publikum. Großflächiges lässt er durch großzügigen Pedaleinsatz noch abgerundeter erscheinen, Klangschönheit, die er in jeder Lautstärke herausarbeitet, auch in den leisesten Stellen. Scharfkantigkeit sucht man vergebens. So plätschern die Stücke dahin, eines nach dem anderen. Schubert, Rachmaninoff, Skrjabin: Einzig das könnte man vielleicht bemängeln: Denn es entsteht wenig Vielfalt. Nur das letzte Stück Skrjabins, "Vers la flamme", verlockt Volodos zu einer Steigerung, die dann wörtlich das Licht wiederbringt. Intensiv.