Franz Welser-Möst Bruckners Vierte Cleveland Orchestra - © Arthaus
Franz Welser-Möst Bruckners Vierte Cleveland Orchestra - © Arthaus

(dawa) Wie man Anton Bruckner und seiner überbordenden vierten Symphonie, der "Romantischen", persönlich begegnen kann? Franz Welser-Möst und seine Mannen vom Cleveland Orchestra taten es. Und wie. Vorigen September waren das US-amerikanische Vorzeigeensemble und sein langjähriger oberösterreichischer Chef an Bruckners früher Wirkungsstätte und gleichzeitig letzter Ruhestätte zu Gast.

Die Stiftsbasilika St. Florian, ein Ort spiritueller Entfaltung wie kirchlichen Machtgepränges, bietet eine erhabene Kulisse für des Ansfeldener Meisters populäre Vierte. Schwenk auf die ausladenden, präzisen Gesten des Kapellmeisters, immer wieder die Kamera auf die so wichtigen Bleche gerichtet, Blick zurück auf die barocke Pracht des Sakralraums - und neben allem das Wissen um die Nähe der sterblichen Überreste des Komponisten. Vielleicht verbreitet der Mitschnitt des Gastspiels gerade deshalb ein gänsehautartiges, fast einschüchterndes Gefühl. Bestimmt unterstützt der breite, metallene Klang des Orchesters das Erlebnis des einzigartigen Moments.