Elisabeth Leonskaja: Paris eaSonus, 1 CD ca. 19 Euro
Elisabeth Leonskaja: Paris eaSonus, 1 CD ca. 19 Euro

(dawa) Die Starpianistin, die mit diesem Album einmal mehr ihre Affinität zum französischen Gout des fin de siècles um 1900 beweist, kommt aus den georgischen Weiten hinter dem eurasischen Gebirge. Elisabeth Leonskaja, Grande Dame der russischen Klavierschule, Wahlwienerin seit 1979, wurde in Tiflis geboren und erhielt dort die erste Ausbildung. Die ganz und gar nicht schlecht war, wie ein näheres Betrachten ihrer kometenhaften Laufbahn offenbart, oder ein intensives Anhören, ja, sogar Versinken in ihrem unglaublich persönlichen Zugang zu Ravel zeigt.

Frech, dynamisch fordernd ist die weniger Hommage denn Persiflage auf den Dreivierteltakt in den "Valses nobles et sentimentales". Debussys populäre Ausschnitte aus den "Préludes" gelingen dankenswerterweise ohne Weichzeichner dafür mit viel Expression. Warum der Rumäne George Enescu nach "Paris" fand? Die op.24/1 Klaviersonate von 1924 ist eines dieser typischen Beispiele für den Einfluss der Seine-Metropole auf den Komponisten - eine Reminiszenz an seine Jugendjahre in Frankreich. Leonskaja lässt der Stimmentwicklung immer und immer wieder freien Lauf. Einfach toll!