• vom 05.12.2018, 17:24 Uhr

Kulturpolitik

Update: 05.12.2018, 18:43 Uhr

Konzerthaus

Schuldenberg abgebaut




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  • Wiener Konzerthaus kann seinen Kredit dank Stadt und Bund tilgen.

Frohe Botschaft: Konzerthaus-Präsident Christian Konrad, Stadträtin Veronica Kaup-Hasler, Minister Gernot Blümel und Intendant Matthias Naske (v. l.).

Frohe Botschaft: Konzerthaus-Präsident Christian Konrad, Stadträtin Veronica Kaup-Hasler, Minister Gernot Blümel und Intendant Matthias Naske (v. l.).© apa/Hans Punz Frohe Botschaft: Konzerthaus-Präsident Christian Konrad, Stadträtin Veronica Kaup-Hasler, Minister Gernot Blümel und Intendant Matthias Naske (v. l.).© apa/Hans Punz

Wien. (irr) Es war eine Frage, die seit Jahren routinemäßig gestellt wurde: Wann kommt der Tag, an dem das Wiener Konzerthaus von seiner Schuldenlast befreit sein wird? Man arbeite an einer Lösung, antworteten die wechselnden Intendanten darauf ebenso routiniert. Wirklich konkret wurden die Auskünfte aber nie.

Umso überraschender, dass das Problem nun tatsächlich gemeistert ist. Am Mittwoch konnte das Wiener Konzerthaus die frohe Botschaft verkünden: Zum Jahreswechsel wird der Kredit in der Höhe von 6,41 Millionen Euro Geschichte sein. Geschultert wird die Summe von der Konzerthausgesellschaft selbst und seitens der öffentlichen Hand. Der Bund und die Stadt Wien tragen jeweils 1,5 Millionen Euro bei, das Konzerthaus übernimmt 3,09 Millionen Euro. Die restlichen 320.500 Euro erlässt die Bank seinem Kreditnehmer.


Entstanden waren die Schulden durch die Generalsanierung des Hauses in den Jahren 1998 bis 2001 unter Intendant Christoph Lieben-Seutter. Das Projekt war mit 28 Millionen Euro budgetiert worden, verschlang aber 14,6 Millionen mehr. Zwar gelang es der Konzerthausgesellschaft in der Folge, mehr als 7 Millionen Euro flüssig zu machen. Für den Restbetrag musste aber ein Kredit aufgenommen werden. Den schleppt das Haus seither mit sich und hat für Zinsen insgesamt 2,6 Millionen Euro aufwenden, sagt der heutige Intendant Matthias Naske.

Wie er am Mittwoch erklärte, gewann das Konzerthaus unter seiner Leitung nicht zuletzt wirtschaftlich an Fahrt: In den fünf Vorjahren sei der Umsatz beträchtlich verbessert werden. Aus diesen Mitteln habe das Haus, das sich zu 90 Prozent aus eigener Kraft finanziere, auch bei der Tilgung der Schulden geschöpft.

"Pulsierendes Zentrum"
Kulturminister Gernot Blümel zeigte sich glücklich, den Veranstaltungsort "von einer Bürde zu befreien"; Wiens Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler wiederum wünscht sich, "auch andere Probleme mit der gleichen Leichtfüßigkeit zu lösen". Sie lobte das Konzerthaus als ein "pulsierendes Zentrum", das der klassischen Musik ebenso Tribut zolle wie der Gegenwart und trotz seines "bürgerlichen Backgrounds den Kontakt nach außen sucht". Vom Schuldenberg befreit, will Naske künftig noch mutiger programmieren. Was die öffentliche Hand freuen wird: Er dürfte 2019 nicht um eine Subventionserhöhung ansuchen.




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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-12-05 17:37:51
Letzte Änderung am 2018-12-05 18:43:39


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