• vom 27.07.2011, 12:55 Uhr

Kulturpolitik

Update: 27.07.2011, 14:53 Uhr

Festspiele

Fischer: "Lassen uns Demokratie nicht wegbomben"




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  • Salzburger Festspiele eröffnet

Salzburg. Bundespräsident Heinz Fischer hat am Mittwoch die 91. Salzburger Festspiele eröffnet. Das Festival wird heuer von Intendant Markus Hinterhäuser geleitet und steht unter dem Generalthema "Das Ohr aufwecken, die Augen, das menschliche Denken". Bis 30. August stehen an 35 Tagen 242 Veranstaltungen an 13 Spielstätten auf dem Programm. Am Abend gehen mit dem Schauspiel "Jedermann" und der Mozart-Oper "Le nozze di Figaro" zwei Premieren über die Bühne.


Beim Festakt in der Felsenreitschule traten Festspielpräsidentin Helga Rabl-Stadler, Salzburgs Landeshauptfrau Gabi Burgstaller (S), Kulturministerin Claudia Schmied (S), Bundespräsident Fischer und der deutsche Bürgerrechtler Joachim Gauck als Festredner ans Rednerpult. Der Vorsitzende des Vereins "Gegen Vergessen - Für Demokratie" war führendes Mitglied der Bürgerbewegung der ehemaligen DDR und war anstelle des ursprünglich vorgesehenen und dann ausgeladenen Schweizer Globalisierungskritikers Jean Ziegler eingeladen. "Ihr Leben, Herr Gauck, ist geprägt vom Mut zur Wahrheit", sagte Festspielpräsidentin Rabl-Stadler in ihrer Begrüßung. Das Motto der diesjährigen Festspiele könnte auch für die Lebensleistung des Festredners stehen.

Die Salzburger Landeshauptfrau meinte in Anspielung an die "Osterfestspiel-Affäre", in der die Staatsanwaltschaft wegen Malversationen gegen acht Beschuldigte ermittelt: "Wir alle haben in dieser Zeit so manche Lektion gelernt." Wer wie die Festspiele auf einen "Hunderter" zugehe, müsse auch einmal ein Gewitter aushalten können.

Bundespräsident Fischer nahm in seiner Ansprache auch auf das Massaker in Norwegen mit mindestens 68 Toten Bezug: "Die ungeheuren Verbrechen eines offenbar rechtsextremen, fremdenfeindlichen, wahngeleiteten Fanatikers in Norwegen müssen auf ein europaweites, festes und unzerstörbares Bündnis von Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Solidarität stoßen. Wir lassen uns Demokratie und Menschenrechte weder wegbomben noch wegschießen." Anschließend spannte er einen Bogen zur Europa-Politik. "Wir müssen ein österreichisches und europäisches Herz haben." Europa sei trotz der Herausforderungen dauerhaft eine große Chance. "Solidarität beruht auf Gegenseitigkeit und ist nicht zum Nulltarif zu haben." Gerade die europäische Kultur sei hervorragend geeignet, dieses europäische Bewusstsein zu stützen. "Immerhin sind Künstlerinnen und Künstler, Regisseure und Dirigenten aus fast 30 Nationen am Programm der Salzburger Festspiele beteiligt."

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Dokument erstellt am 2011-07-27 12:58:14
Letzte Änderung am 2011-07-27 14:53:05


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