• vom 07.11.2012, 15:02 Uhr

Kulturpolitik

Update: 07.11.2012, 16:57 Uhr

Urheberrecht

EuGH-Urteil bloß "positiver Spirit"?




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Von Ina Weber

  • Das Urheberrechtsgesetz muss bis Herbst 2013 novelliert werden - um das Filmurheberrecht wird gestritten
  • Filmschaffende sehen EuGH-Urteil zu ihren Gunsten nicht umgesetzt.

Seinen Film "Paradies Glaube" hat Filmschaffender Ulrich Seidl selbst produziert. - © Ulrich Seidl Film Pr.

Seinen Film "Paradies Glaube" hat Filmschaffender Ulrich Seidl selbst produziert. © Ulrich Seidl Film Pr.

Wien. Bis spätestens 1. November 2013 muss das österreichische Urheberrecht aufgrund einer Richtlinie der Europäischen Kommission erneuert werden. Diese fordert nämlich eine Verlängerung der Schutzdauer von Leistungen von Künstlern auf Tonträgern und Tonträgerproduzenten von 50 auf 70 Jahre. Im Zuge dieser gesetzlichen Änderung plant das Justizministerium neben einer Neuregelung der Leerkassettenvergütung (Festplattenabgabe) auch die Novellierung des Filmurheberrechts. Auch deshalb, weil der Gerichtshof der Europäischen Union bereits im Februar in einem Urteil darauf hingewiesen hat, dass das Urheberrecht beim Filmschaffenden und nicht beim Produzenten liegen müsse. Nachdem das Justizministerium ein Arbeitspapier für eine Novellierung vorgelegt hat, sehen sich die Filmschaffenden aber weiterhin im Nachteil.


********

"Wiener Zeitung":Der Europäische Gerichtshof hat Anfang des Jahres das Urteil gefällt, dass die Cessio legis, die besagt, dass die Rechte eines Filmes automatisch beim Produzenten liegen, so wie sie bisher in Österreich Tatsache war, rechtswidrig ist. Was ist seitdem passiert?

Gernot Schödl: Wir haben seitdem unsere Vorstellungen für ein modernes und zeitgemäßes Filmurheberrecht konkret ausgearbeitet und die zwingenden Vorgaben des Gerichtshofs der Europäischen Union ausreichend berücksichtigt. Wir treten für einen fairen Interessensausgleich zwischen Filmschaffenden und Produzenten und Rundfunkanstalten ein. Unsere Vorstellungen haben wir den Produzenten - vertreten durch den Verband der Filmindustrie und die Verwertungsgesellschaft audiovisuelle Medien - und dem ORF präsentiert und gemeinsame Verhandlungen darüber vorgeschlagen. Die Produzenten haben jedoch vereinbarte Gespräche leider abgesagt und bis heute nicht zu unseren Vorstellungen Stellung genommen. Zu den geladenen Gesprächen des Justizministeriums kann ich nur sagen, dass überwiegend Produzentenvertreter eingeladen wurden. Seit einem Monat liegt ein erstes Arbeitspapier für die neuen Bestimmungen im Urheberrechtsgesetz vor, das den "positiven Spirit" der EuGH-Entscheidung und dessen Vorgaben jedoch leider in keiner Weise berücksichtigt. Die Regelungen würden, entgegen der urheberfreundlichen Aussage des EuGH, den Filmschaffenden massiv schaden und diese sogar noch schlechterstellen.

Gernot Schödl ist Geschäftsführer der Verwertungsgesellschaft der Filmschaffenden. Die Vdfs sammelt und verteilt die Tantiemen.

Gernot Schödl ist Geschäftsführer der Verwertungsgesellschaft der Filmschaffenden. Die Vdfs sammelt und verteilt die Tantiemen. Gernot Schödl ist Geschäftsführer der Verwertungsgesellschaft der Filmschaffenden. Die Vdfs sammelt und verteilt die Tantiemen.

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Schlagwörter

Urheberrecht, Film

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Dokument erstellt am 2012-11-07 15:08:09
Letzte Änderung am 2012-11-07 16:57:06


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