• vom 11.03.2014, 16:18 Uhr

Kulturpolitik

Update: 11.03.2014, 18:14 Uhr

Burgtheater

Chronologie der Krise




  • Artikel
  • Lesenswert (0)
  • Drucken
  • Leserbrief






    11. November 2013: Im Zuge einer Gebarungsprüfung der Geschäftsjahre, die Silvia Stantejsky als kaufmännische Geschäftsführerin verantwortet hat, treten Ungereimtheiten auf. Stantejsky, die den Posten wegen der Unterdotierung des Hauses verlassen hat und seit September die Stellvertreterin des künstlerischen Direktors Matthias Hartmann ist, wird suspendiert.

    18. November:Aufgrund des "Unverzüglichkeitsprinzips" wird sie fristlos entlassen.


    2. Dezember: Silvia Stantejsky klagt vor dem Arbeits- und Sozialgericht Wien gegen ihre Entlassung.

    3. Jänner 2014: Die Affäre wird durch "News" erstmals bekannt.

    7. Jänner 2014: Das Schauspielensemble stellt sich auf die Seite Stantejskys, die als "gute Seele" des unterdotierten Hauses gilt.

    9. Jänner:Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG erhält den Auftrag zu einer forensischen Untersuchung jener Verdachtsmomente, die zur Entlassung Stantejskys geführt haben.

    22. Jänner: Holding-Chef Georg Springer sagt, Stantejsky habe "eine sehr intelligente Schattenorganisation aufgebaut" und "dolose Handlungen" gesetzt. Stantejsky bestreitet.

    10. Februar: Der Zwischenbericht von KPMG sieht "deutliche Indizien für gefälschte Belege und die Vorspiegelung falscher Tatsachen" durch Stantejsky. Laut Aufsichtsrat der Burg sei daher für das Jahr 2012/13 mit einem Bilanzverlust von voraussichtlich 8,3 Millionen Euro zu rechnen, dazu könnten 5 Millionen Euro Steuernachzahlungen kommen.

    14. Februar: Die Ensembleversammlung beschließt ein Misstrauensvotum gegen Direktor Matthias Hartmann und Holding-Chef Springer: Man glaube der Einzeltätertheorie nicht.

    26. Februar: Einen Tag vor Veröffentlichung des Endberichts gibt der Senior Partner von KPMG der "Presse" ein Interview, in dem er unter anderem sagt: "Jedem hätte auffallen können, dass etwas nicht zusammenpasst."

    27. Februar: Der Endbericht von KPMG belastet Stantejsky schwer. Der Verdacht auf Urkunden-, Beweismittel- und Bilanzfälschung, Geldwäsche und Untreue habe sich erhärtet, die Staatsanwaltschaft wird eingeschaltet. Springer räumt Mitverantwortung ein, Hartmann weiterhin nicht.

    1. März: Kulturminister Josef Ostermayer kündigt an, Hartmanns etwaige Mitverantwortung durch ein Rechtsgutachten prüfen lassen zu wollen.

    5. März: Ostermayer schaltet den Rechnungshof ein.

    8. März: Gegen Hartmann werden konkrete Vorwürfe laut: Er habe hohe Barbeträge erhalten und von Stantejsky verwahren lassen. Zudem seien seine Inszenierungen auffällig teuer gewesen. Die Burg weist diesen Vorwurf zurück: Er beruhe auf (für die Bilanz) verfälschten Zahlen.

    10. März: Einen Tag vor der Präsentation des Rechtsgutachtens, das Hartmanns Mitverantwortung prüft, schlägt dieser vor, seine Funktion als Geschäftsführer vorübergehend ruhend zu stellen. Einer Schuld ist er sich weiterhin nicht bewusst.




    Schlagwörter

    Burgtheater

    Leserkommentare




    Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


    captcha Absenden

    * Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


    Dokumenten Information
    Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
    Dokument erstellt am 2014-03-11 18:03:06
    Letzte Änderung am 2014-03-11 18:14:16


    Beliebte Inhalte

    Meistgelesen
    1. Die letzten Männer, die gehen
    2. Was ist "das Leitkultur"?
    3. Kunst
    4. Schlagerstar Karel Gott im Krankenhaus
    5. Ein rasender Träumer auf Reisen
    Meistkommentiert
    1. Lang lebe Europa!
    2. Rene Benko steigt bei "Krone" und "Kurier" ein
    3. Ars Electronica bringt "Error" von Linz nach Berlin
    4. Venus, Warhol oder Papagei
    5. Weißes Haus verteidigt sich mit Fake-Video

    Werbung




    Neo-Viennale-Chefin Eva Sangiorgi (links) mit der Regisseurin des Eröffnungsfilms Alice Rohrwacher

    Sozialdemokratische Kundgebung für das Frauenwahlrecht, Wien-Ottakring, 1913 "Der Bauerntanz", entstanden um 1568.

    Ignaz Kirchner als "Samiel", 2007, während der Fotoprobe von "Der Freischuetz" in Salzburg.  Das Tutu ist das Spezifikum der Ballerina, die elfengleich über die Bühne schwebt.


    Werbung