• vom 23.07.2014, 16:14 Uhr

Kulturpolitik

Update: 23.07.2014, 23:03 Uhr

Burgtheater

"Unzureichend"




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  • Der Rechnungshof liefert einen vernichtenden Bericht über die Bundestheater Holding.

Wien. (cb/apa) Es sind 153 Seiten, die es in sich haben. Nach den unheilvollen Vorgängen am Burgtheater hatte Kulturminister Josef Ostermayer den Rechnungshof (RH) beauftragt, die Bundestheater-Holding zu durchleuchten. Am Mittwoch wurde der Bericht, der die Geschäftsjahre 2009/10 und 2011/12 behandelt, veröffentlicht. Und er spart nicht an Kritik sowohl am Bundestheater-Konzern als auch am zuständigen Kulturministerium, damals unter SPÖ-Ministerin Claudia Schmied.

Als Kontrollinstanz habe die Holding versagt: "Die Bundestheater Holding GmbH erfüllte ihre strategische Führungsrolle im Hinblick auf Darlegung des mehrjährigen Finanzbedarfs für den Bundestheater-Konzern unzureichend", heißt es da. Mit den Bühnengesellschaften Staatsoper, Volksoper und Burgtheater seien keine "genehmigungsfähigen Dreijahrespläne erarbeitet" worden und "keine realistischen mehrjährigen Finanzierungskonzepte für den Bundestheaterkonzern" erstellt worden.


Mangelhafte Berichte
In den Aufsichtsratssitzungen der Bühnengesellschaften und der Bundestheater Holding wurden "keine Maßnahmen zum Ausgleich der in den Dreijahresplänen ausgewiesenen Fehlbeträge eingefordert", bemängelt der Rechnungshof. Ein von der Holding ausgearbeiteter Maßnahmenkatalog habe zwar rund 12,37 Millionen Euro an Optimierungspotenzial ausgewiesen. "Lediglich ein Optimierungspotenzial von 5.000 Euro war als Neuerung nachvollziehbar", so der RH. Diesen Effizienzbericht hatte die Holding nach der Analyse einer Wirtschaftsprüfergesellschaft erstellt. Der RH empfiehlt für die Zukunft, solche Berichte nicht von den geprüften Institutionen selbst erstellen zu lassen. Immerhin habe dieser Evaluierungsbericht das Ministerium rund 522.000 Euro gekostet.

Die Quartalsberichte von Holding und ihren Töchtern haben laut RH in etlichen Quartalen von 2009/10 bis 2011/12 nicht "die gesetzlich vorgesehenen Rückstellungen" ausgewiesen; die "Qualität der Quartalsberichte war mangelhaft, Qualitätssicherungsmaßnahmen der Bundestheater-Holding GmbH fehlten". Geschäftsführer Georg Springer habe "als Vorsitzender der Aufsichtsräte der Tochtergesellschaften deren ungenauen Jahresbudgets" zugestimmt und "keine Maßnahmen zur Verbesserung der Planungsqualität" gesetzt.

Heftige Kritik gibt es auch am internen Kontrollsystem der Holding: Das Vier-Augen-Prinzip sei beim Anlegen und Ändern von Personenkonten nicht immer angewandt worden und Geschäftsführer Springer sowie der Prokurist der Holding seien bei Bankkonten jeweils einzelzeichnungsberechtigt gewesen.

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Burgtheater, Claudia Schmied

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Dokument erstellt am 2014-07-23 16:16:04
Letzte Änderung am 2014-07-23 23:03:56


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