• vom 20.01.2017, 06:25 Uhr

Kulturpolitik

Update: 20.01.2017, 06:57 Uhr

Kulturland Niederösterreich

Das Vermächtnis des Prachtentfalters




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Von Christoph Irrgeher und Petra Paterno

  • Pröll hat Niederösterreich als Kulturstandort massiv aufgerüstet. Was wird passieren, wenn seine Nachfolgerin auf den Plan tritt?

Dirigent der Kulturfülle: Die Kunstszene hat Erwin Pröll, hier mit Orchestermusikern in Grafenegg, vieles zu verdanken. - © apa/Hochmuth

Dirigent der Kulturfülle: Die Kunstszene hat Erwin Pröll, hier mit Orchestermusikern in Grafenegg, vieles zu verdanken. © apa/Hochmuth

Wien/St. Pölten. Wenn man Rudolf Buchbinder, den Intendanten des Klassikfestivals Grafenegg, nach seiner Maxime fragt, ist die Antwort stets die gleiche. Sie lautet "Qualität". Diese Qualität steht und fällt für Buchbinder mit der Auswahl der Künstler. Für Grafenegg will er nur die Besten der Besten. Und die bekommt er auch. Die Sängerinnen Elisabeth Kulman, Angela Denoke, die Dirigenten Valery Gergiev, Franz Welser-Möst, die Wiener Philharmoniker, das Cleveland Orchestra, das Concertgebouw-Orchester Amsterdam: Sie alle brillierten schon unter dem Wolkenturm, dieser modernistischen Bühne im barocken Schlosspark. Und wenn einmal ein Star ausfällt - dann engagiert man kurzfristig einen anderen.

Fette Jahre für die Kultur
Dieser Hochglanz hat einen ebenso hochtourigen Motor - den scheidenden Landeshauptmann Erwin Pröll. Seit 1992 stand er nicht nur an der Spitze der niederösterreichischen Regierung, sondern war auch Kulturreferent. Und verfolgte als solcher ambitionierte Ziele. Etwa die Schaffung eines Pendants zu den Salzburger Festspielen. Gesagt, getan: Für rund 30 Millionen Euro entstand im verschlafenen Grafenegg nicht nur eine Open-Air-Bühne, sondern auch ein Konzertsaal der State-of-the-Art-Klasse. Die Betriebskosten? Heuer sind für die Sommernachtsgala im Juni, die Folgekonzerte und das Festival ab Mitte August rund vier Millionen Euro Förderung budgetiert.


Doch nicht nur für die Klassik greift der Landeskaiser tief in die Tasche. Als er seinen Thron einnahm, lag das Kulturbudget bei 36 Millionen Euro. Bis zum Jahr 2015 ist es auf 116 Millionen angestiegen. Ein Geldsegen, der nicht zuletzt der bildenden Kunst zugutekam. Die zeitgenössische Kunstmeile Krems ist unter Prölls Ägide entstand: 1995 eröffnete die Kunsthalle, es folgten Karikaturmuseum und Forum Frohner. Daneben ließ Pröll auch noch Museen für Arnulf Rainer und Hermann Nitsch aus dem Boden stampfen - große Söhne des Bundeslandes, wiewohl sich das wohl nicht ganz in den Besucherzahlen der Häuser spiegeln dürfte.

Die Tatkraft Prölls hat das nicht gebremst. Mögen sich die Kunstsammlungen anderer Bundesländer einen Platz mit Steinzeitexponaten und historischen Dokumenten teilen müssen: Jene von Niederösterreich erhalten bis 2018 in Krems ihr eigenes Refugium. Und nicht zu vergessen: das "Haus der Geschichte". Noch heuer eröffnet es in St. Pölten und damit deutlich vor seinem Wiener Pendant, das die Bundesregierung seit Ewigkeiten plant - ein Umstand, den Pröll durchaus auch schon ätzend kommentiert hat. Auch Künstlern gegenüber konnte er beizeiten launig auftreten - sie verziehen es ihrem Schirmherrn rasch.

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Dokument erstellt am 2017-01-19 17:29:05
Letzte Änderung am 2017-01-20 06:57:18


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