• vom 04.12.2017, 17:01 Uhr

Kulturpolitik


Belvedere

Fragen und Schweigen




  • Artikel
  • Lesenswert (4)
  • Drucken
  • Leserbrief





  • Regressforderungen an Ex-Belvedere-Chefin Husslein-Arco.

Wien. Das Belvedere stellt Regressforderungen an Ex-Chefin Agnes Husslein-Arco, die nach Vorwürfen wegen Verstößen gegen Compliance-Richtlinien im Jänner von Stella Rollig (künstlerische Leitung) und Wolfgang Bergmann (kaufmännische Leitung) abgelöst wurde. Diese Regressforderungen übersteigen aus Sicht des Belvedere den Husslein zustehenden Prämienbetrag der Jahre 2015 und 2016. Konkret geht es um die unerlaubte Nutzung von Dienstauto und Chauffeur, den Ankauf eines nie gelieferten Bildes, Probleme rund um die Ausstellung des Künstlers Ai Wei Wei im Sommer 2016 - die "Wiener Zeitung" berichtete - sowie die Inbetriebnahme eines Gastronomie-Lokals beim Unteren Belvedere ohne Vorliegen der nötigen Genehmigungen.

"Das Belvedere ist seit Monaten bemüht, diese Causen zu erledigen. Aufgrund von Informations- und Gesprächsverweigerung seitens der früheren Geschäftsführerin konnten diese aber noch nicht abgeschlossen werden", hieß es aus dem Museum. In einer am Montag eingegangenen Stellungnahme heißt es: "Aus einer ganzen Reihe von offenen Fragen ist aus der Sicht des Belvedere in drei Causen eine Rückzahlungsverpflichtung eindeutig geklärt."


Der erste Fall betrifft Fahrten vom Wohnort zum Dienstort, die als Privatfahrt zu gelten haben. Der zweite Fall betreffe einen Café-Betrieb, bei dem die frühere Geschäftsführung "die Verpflichtung der Erlangung einer Betriebsanlagengenehmigung übernommen" habe. Weiters sei im Dezember 2016 ein Kunstwerk um 100.000 Euro angekauft und bezahlt worden, "ohne dass das Werk geliefert worden war". Die neue Geschäftsführung sei daraufhin vom Kaufvertrag zurückgetreten, Rückzahlung sei bisher keine erfolgt.

Agnes Husslein-Arco schweigt zu den Forderungen. Sie sitzt derzeit für die ÖVP als Expertin für Kunst- und Kultur in den laufenden Koalitionsverhandlungen.




Schlagwörter

Belvedere, Agnes Husslein

Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2017-12-04 17:05:08


Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. Die Tiefe des Meeres im Krieg
  2. Der Ursprung der Wiederholung
  3. Im Inselreich der Affekte
  4. Die Nestroy-Preise wurden verliehen
  5. Zerrbild der Ideenträger
Meistkommentiert
  1. Lang lebe Europa!
  2. Rene Benko steigt bei "Krone" und "Kurier" ein
  3. Kritik an finnischem Rechts-Metal-Konzert in Wiener Club
  4. Venus, Warhol oder Papagei
  5. Weißes Haus verteidigt sich mit Fake-Video

Werbung




Neo-Viennale-Chefin Eva Sangiorgi (links) mit der Regisseurin des Eröffnungsfilms Alice Rohrwacher

Sozialdemokratische Kundgebung für das Frauenwahlrecht, Wien-Ottakring, 1913 "Der Bauerntanz", entstanden um 1568.

Ignaz Kirchner als "Samiel", 2007, während der Fotoprobe von "Der Freischuetz" in Salzburg.  Das Tutu ist das Spezifikum der Ballerina, die elfengleich über die Bühne schwebt.


Werbung