• vom 22.12.2017, 17:05 Uhr

Kulturpolitik


Theater an der Wien

Zwischen Lorbeeren und Harakiri




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  • Theater-an-der-Wien-Chef Roland Geyer über seinen Nachfolger und Pläne bis 2022.

Bleibt bis 2022 Chef an der Wien: Roland Geyer.

Bleibt bis 2022 Chef an der Wien: Roland Geyer.© apa/Georg Hochmuth Bleibt bis 2022 Chef an der Wien: Roland Geyer.© apa/Georg Hochmuth

Wien. (jubel) "Der Entscheidungsprozess für meine Nachfolge war ein schwieriger", resümierte Roland Geyer, Intendant des Theaters an der Wien am Freitag vor Journalisten die vergangenen Monate, die mit einer zweijährigen Verlängerung seinerseits und der Designierung von Stefan Herheim ab 2022 endeten. Dessen Kür unterstütze er vorbehaltlos: "Er ist der Richtige für das Haus."

"Ich gehöre nicht zu denen, die glauben, ihre Ära wird besser, wenn der Nachfolger schlecht ist", betonte der 64-Jährige: "Das Haus ist mir nicht wurscht." Insofern unterstütze er die Wahl eines Künstlerintendanten nach dem Intendantenmanager Geyer: "Bei der Frage, ob man einen Dirigenten oder einen Regisseur nimmt, muss man sagen, dass das Theater an der Wien natürlich ein besserer Nährboden für einen Regisseur ist." Ein Dirigent habe an der Wien ohne eigenes Orchester keinen wirklichen Einfluss auf die Klangkörper. Mit dem greco-russischen Dirigenten Teodor Currentzis, mit dem ebenfalls intensiv verhandelt wurde, sei er befreundet und hoffe, ihn als Dirigent bald ans Haus holen zu können. "Aber ich glaube, dass seine Wünsche der Ausrichtung so extrem waren, dass das dieses Haus nicht geschafft hätte."


"Ich wäre nicht bei jeder Personalentscheidung für eine Verlängerung zur Verfügung gestanden", machte Geyer allgemein deutlich, dass er in den Auswahlprozess stark eingebunden war. Er selbst sei mit Herheim seit Jahren befreundet und habe just für Herbst 2022 die erste Regiearbeit mit ihm am Haus angedacht. Die wird es nun wohl auf jeden Fall geben.

Bis dahin vergeht aber noch einige Zeit - inklusive zweier Saisonen, die nun Geyer planen muss. "Es gibt noch kein Konzept im Detail", unterstrich er, Fakt sei, dass er durch das lange Hinauszögern der Entscheidung in Zeitnot sei: "2020/21 ist in diesem Business vorbei." Große Häuser würden derzeit schon die folgenden Spielzeiten planen. Mit den guten Kontakten zu Künstlern hoffe er, einiges ausgleichen zu können: "20/21 wird ein Harakiri-Lauf." Zu seinen Vorhaben für die Verlängerung gehören eine Art Best-of mit den beliebtesten Produktionen und ein Beethoven-Fest 2020. Über die Budgetlage der Zukunft könne er nichts sagen. Die Zuschusssumme von 20 Millionen Euro bleibe seit Jahren unvalorisiert - werde also de facto jedes Jahr weniger.




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Dokument erstellt am 2017-12-22 17:11:09


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